Wir stellen um…

Seit dem 01. April 2010 bewirtschaften wir unseren Hof nach Bioland-Richtlinien. Das bedeutet, dass wir unsere Äcker und den Boden intensiv bearbeitet haben. Wir haben mit Rindermist, Gülle und Hühnerkot gedüngt und waren der Meinung damit alles gut und richtig zu machen. Wir haben also das konventionelle Landwirtschaftssystem kopiert, nur ohne Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger.

Durch die intensive Bearbeitung, mineralische Düngung und wenig Bewuchs auf den Flächen baut die Landwirtschaft kontinuierlich Humus ab. Von einem gesunden, belebten Boden (mit vielen Bodenlebewesen wie Mikroben und Würmern etc.) kann man ab 5% Humusgehalt im Boden sprechen. Tatsächlich liegen die Werte anders. In Deutschland weisen die Böden oftmals einen Humusgehalt von 1,5-2% auf Ackerland auf und ca. 2-3% auf Gründland.

Im Frühjahr 2020 kündigte sich das dritte Trockenjahr in Folge an. Nach meinem alten Glaubenssatz „Ohne Pflug funktioniert ökologische Landwirtschaft nicht“ habe ich unseren Pflug mit neuen Scharen ausgestattet und alle Ackerflächen gepflügt und vorgekreiselt. Anschließend habe ich Hanf gesät.

Die eine Hanffläche keimte hervorragend und das Unkraut blieb unterdrückt. Eine andere Hanffläche (2 Tage später gesät) lief erst gar nicht auf, so dass ich nochmal drüber gesät habe. Die dritte Hanffläche keimte 6 Wochen wegen der Trockenheit nicht. Totalausfall!

Während dieser Zeit habe ich mir einige Biobetriebe, die ohne Pflug arbeiten, angeschaut. Bei diesen Betrieben funktioniert es und so haben wir die Entscheidung getroffen es auch zu versuchen.

Also betreiben wir nun pfluglose, regenerative Landwirtschaft!

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